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Rennbericht Rothaus Riderman- Angelika von Speicher
Rothaus Riderman Etappenrennen in Bad Dürrheim - ein ganz besonderes Erlebnis
Mit einem mulmigen Gefühl bin ich in den Schwarzwald gefahren, nach dem Debakel in Nürnberg. Wußte nicht wo ich stehe mit meiner Form. Viele gute Ratschläge aber auch Horrormeldungen bezüglich der Strecken und den Belastungen begleiteten mich.
Das Wetter war sehr schön und warm am Freitag, dem Tag der 1. Etappe, dem Zeitfahren über 16 km mit 200 Hm. Über 400 Starter waren da..buntes Treiben, Prominenz am Mikrofon, Durcheinander wegen der Reihenfolge, aber trotzdem keine Hektik, ab und zu ein bekanntes Gesicht. Irgendwie schön das Treiben bei so einer Veranstaltung. Bin dann fast die Rampe runtergeflogen. Der Typ, der da rief "Hab dich!" , zählte dann von 5 an runter und ließ mich schwups los, da war ich kaum in den Pedalen. Starts im 15 Sek Abstand... wow.... nix für alte Frauen. Bin dann mit Blick auf meine SRM Daten stur zwischen 160 und 180 Watt gefahren und dann drittletzte bei den Frauen und 5. In meiner AK geworden. Meine Devise...bloß nicht alles geben, wer weiß was noch kommt. Die Siegerehrungen abends im Kurhaus waren dann wirklich schön. Die Sponsoren lassen sich hier nicht lumpen. Es wurde sogar ein Laufradsatz im Wert von 1500 € jeweils für Männlein und Weiblein verlost. Samstag ging es dann um 15 Uhr mittags los über 81 Km und 1050 Hm mit jeweils 5 Bergwertungen. Für die ersten vier gab es Punkte und dann auch ein richtiges rotgepunktetes Bergtrikot. Die Führenden der Altersklassen fuhren mit den gelben Leadertrikots. Es war recht warm und die Gewitterfront ließ tatsächlich auf sich warten. Also beste Bedingungen fürs Radfahren. Ich hatte zu Anfang immer gute Gruppen und fühlte mich recht wohl. Die Berge bin ich dank meiner "Bergausrüstung" von SRAM, langes APEX Schaltwerk und Kassette mit 32er Ritzel, gut raufgekommen. Sogar die letzte Gemeinheit kurz vor dem Ziel mit 21% Steigung und zum Schluss nochmal 15% konnte ich gut meistern. Begleitet wurde ich die letzten 30 Kilometer von einem netten US Amerikaner, der mir super Windschatten gab und ich deswegen das Tempo gut hochhalten konnte. So wurde ich an diesem Tag 1. AK und holte in der Gesamtwertung 3 Min auf die Erstplatzierte in meiner AK auf. Mit einem 27,5er Schnitt und einer Zeit von knapp unter drei Stunden war ich dann sehr zufrieden. Den Beinen ging es noch erstaunlich gut und nach einer wohltuenden Massage ging es dann am Sonntag zum Start der 3. Etappe über 86 Km und 1100 Hm. Aber auweia.... nachts war die vorhergesagte Kaltfront auch im Schwarzwald angekommen. Um 11 Uhr morgens hatte es gerade mal 9 Grad und es regnete. 3/4 Hose, Überschuhe, Armlinge, Regenjacke, Mütze, Langfingerhandschuhe....das ganze Herbstprogramm war angesagt. Ich hatte mir Hoffnungen gemacht die fehlenden 3 Min Abstand zum 1. Platz herausfahren zu können und evtl. doch noch auf den 1. Gesamtplatz zu fahren. Tja.... nach 30 km, in der Gruppe der in gelb fahrenden Konkurrentin, fiel mir die Kette vom kleinen Kettenblatt. Runter vom Rad, raus aus der Gruppe und keine Chance die Lücke zufahren zu können. Der vordere Umwerfer schaffte es zu allem Überfluss dann auch nicht mehr aufs große Kettenblatt zu schalten. Mit 34/12 mußte ich immer auf den schnellen Passagen zwischen den Steigungen die anderen ziehen lassen und konnte kein hohes Tempo mehr mitfahren. Bin dann größtenteils alleine unterwegs gewesen. Nun, ich machte das Beste draus. Durchhalten, nicht erfrieren, möglichst sturzfrei mit einem anständigen Schnitt nach Hause kommen war die Devise. Das habe ich dann auch tatsächlich geschafft. Mit einem 25,7 er Schnitt, völlig durchgefroren und nass bin ich dann über die Ziellinie gefahren. Ich muss sagen dass der Riderman wirklich eine sehr gelungene Veranstaltung war. Eine Herausforderungen für jeden Radsportler mit sehr schönen, professionell abgesperrten und gesicherten Strecken durch den Schwarzwald-Baar Kreis. Ich fühlte mich jederzeit sicher und gut aufgehoben. Die Siegerehrungen abends im Kurhaus heben sich wohltuend positiv von anderen Veranstaltungen ab. Die Sponsoren sind recht großzügig und auch dem Team des Kurhauses ( Pasta, die mal nicht verkocht war und leckere Soßen) und den Landfrauen (Kaffee und selbstgebackener Kuchen) gebührt hier mal ein großes Lob. Ich bin mit meinem 2. Gesamtplatz in der AK wirklich sehr zufrieden. Auch der 22. Gesamtplatz bei den Frauen von insg. 32 Gestarteten ist für mich ganz gut. Nächstes Jahr werde ich bestimmt wiederkommen wenn es in den Rennkalender paßt und dann versuchen das gelbe Trikot mit nach Hause zu nehmen.
Gruß,
Angelika

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