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Rennbericht Ötztaler Radmarathon

 Rennbericht Ötztaler Radmarathon - Jean-Marie Maus

 

Nach dem Motto "Ich habe einen Traum" haben Philippe, Horst und ich Sonntag den Ötztaler-Radmarathon bestritten.   Es war ein verrücktes WK!  

Gegen 06h00 stehen wir am Start und bibbern bis zum Startschuss, der für 4.000 Teilnehmer, (ausgelost aus 16.000) genau um 06h45 gegeben wird.

Los geht es für uns erst 7 min nach dem Startschuss, der Letzte überquert die Startlinie 17 Minuten später!  Ein Riesenfeld und Spektakel. 

Vor uns liegen nun 238 Km, 4 Pässe mit insgesamt 5.500 Höhenmetern.

Philippe und ich hatten uns abgesprochen, solange es geht zusammen zufahren.  Und so war es auch Philippe, der sich direkt ins Getöse stürzte.  Ich hinten am Rad klebend und abwechselnd hetzten wir das Tal hinab in Richtung Ötz.  Wir waren sehr schnell unterwegs überholten hunderte von Fahrern.  Der Grund unseres schnellen Starts war eher die Eiseskälte.  Die Finger waren so gut wie eingefroren.  Deswegen konnten wir auch nicht mehr richtig Bergab bremsen oder schalten.  Bis zum Fuße des Kühtai hatten wir dann einen Schnitt von 44 km/h!

Den Pass (18 Km, 1200 Höhenmeter) sind wir super gefahren ohne Probleme, außer dass an manchen Stellen Kühe auf der Strasse standen, die auch nicht mehr wussten, wohin sie laufen sollten mit so vielen bekloppten Radlern am Morgen.

Die Abfahrt war der Hammer! Mit dem Levrier EVO fliegen einem die Kurven nur so um die Ohren, das Rad läuft super ruhig Bergab.

Jetzt stand die Passage Innsbruck-Brenner an: 39 Km, 777m Höhenmeter. Diese Strecke viel Kraft gekostet.  Ich war fast permanent im „Roten Bereich“ unterwegs, denn wir fuhren meistens vorne im Wind.  Egal: ein paar Gels müssen das schon wieder richten dachte und hoffte ich.

Uns so war es auch: Der Anstieg zum Jaufenpass (21 Km , 1.130 Höhenmeter)lief für mich ein wenig holprig. Ich merkte die Beine sind schwer.  Philippe gab den Rhythmus an.  Nach einem Gel und Riegel kam ich auch wieder leichter rein, Philippe hatte hingegen die letzten Km vom Pass die Beine etwas müder.

Die Abfahrt vom Jaufenpass ist sehr technisch: viele Kurven, der Belag ist auch nicht überall der Beste.  Einige böse Stürze habe ich gesehen, über Leitplanken, usw... deswegen war auch hier war höchste Vorsicht geboten.  Philippe kannte die Abfahrt, und er lies es wie gewohnt krachen!  Nach 180 Km stand ER jetzt vor uns: der „Königspass“, der Timmelsjoch.  Ausgehend von 750m Höhenmeter auf 2509m und dies auf einer Länge von 28 km, kontinuierlich steigend zwischen 8%-14%, verlangt er einem einfach alles ab. Nach 2 Stunden und 44 Minuten hatten wir endlich die andere Seite erreicht!

Die Abfahrt ins Tal und zum Ziel ist Mega schnell!!!  Eine lange Gerade, die mit voll Speed gefahren werden kann, wenn man, so wie wir, das richtige Rad hat  !.  Ich hatte so um die 95 km/h und ich denke Philippe muss die 100 km/h geknackt haben, volle Pulle nach Sölden. Zieleinfahrt! 

Die Einfahrt ins Ziel ist überwältigend, hunderte von Leuten jubeln einem zu und selber kann man es gar nicht, glauben dass jetzt Schluss ist mit der Schinderei.
Die Anspannungen der letzten Tage verwehen mit der Zielflagge.  Unfallfrei, ohne  Hungerast und Muskelprobleme das Ziel zu erreichen lösen in einem gewaltige Emotionen aus.  Unbeschreiblich...

Die Grenze zwischen Alptraum und Traumtour liegen auf diesen 238 Km und 5.500 Höhenmeter steht’s eng bei einander.  Gemeinsam als Team Levrier haben wir es geschafft, und dass war für mich einfach das schönste Erlebnis. Gerne wieder ... denn die 6 Minuten wurmen mich schon, unter 10 St hört sich doch irgendwie besser an ;)


PS: Danke an Rickard für die Betreuung vor dem Marathon.. Die neue Sitzposition auf dem Rad ist Perfekt!!! Ich möchte mich bei Michael Geisenberger bedanken,  er hat mich die ganze Saison über mit einem persönlichen Trainingsplan und wertvollen Tipps zum Ötzi begleitet.

 

Gruß,

JM

 

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